Herbst

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg‘ ein ferner Frühlingstag.

Theodor Storm (1817 – 1888)

 

Gruß Werner

4 Gedanken zu „Herbst“

  1. Das ist ja ein Ding, ich kenne nur die letzten drei Strophen, und die habe ich auch auf meiner Webseite.
    Dann hab ich ja nur ein halbes Gedicht da, *grübel* wie ist denn das passiert?
    Danke für Deine unbewußte Hilfe.
    LG
    Agnes
    Ich mag die Gedichte von Storm sehr.

Schreibe einen Kommentar zu Werner Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif 
https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif 
https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif 
https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif 
https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif 
https://www.hagen-lorch.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif 
mehr...